Marie Bot

Die 11-jährige Karla erzählt vom Chaos in ihrem Familienalltag. Als die Oma ins Krankenhaus muss, entdeckt der Vater auf einer Messe für künstliche Intelligenz ein KI-Kindermädchen und erwirbt es für eine Probezeit. Marie Bot ist absolut perfekt: Marie Bot immer gut gelaunt, verlässlich und überdies auch in Haushaltsdingen tadellos. Karla erzählt aus der Ich-Perspektive, wie sich das neue Familienmitglied unentbehrlich macht und spart nicht mit ablehnenden Gedanken. Die gut gelaunte Betreuungsmaschine ist ihr in jeder Hinsicht suspekt und sie scheint als Einzige in ihrer Familie die Dienste eines Roboter-Menschen abzulehnen. Ihr jüngerer Bruder Finn hingegen will das gesamte Potential des Roboters ausschöpfen und dann macht Karla mit. Etliche amüsante Situationen entstehen vor allem auch dadurch, dass Marie so rational agiert. – Die Autorin verknüpft in dieser überaus unterhaltsamen Geschichte mit Tiefgang mehrere Themen. Karlas Einsamkeit nach dem Umzug und ihre Suche nach Zugehörigkeit in der Klasse überschatten ihr Dasein. Obwohl die anstehende Klassenfahrt sie so sehr ängstigt, findet sie bei ihren Eltern kein Verständnis. Marie-Bot ist die Einzige, die alle Anzeichen richtig deutet und schlussfolgert, dass es Karla im Schullandheim schlecht geht. Und aus Maries Logik heraus muss Karla noch in der Nacht nach Hause gebracht werden. Ob Marie nach der Probezeit weiterhin in der Familie bleibt, wird hier nicht verraten.

Manuela Hantschel

Manuela Hantschel

rezensiert für den Borromäusverein.

Marie Bot

Marie Bot

Liza Szabo ; mit Illustrationen von Wilm Lindenblatt
dtv (2024)

214 Seiten : Illustrationen
fest geb.

MedienNr.: 620218
ISBN 978-3-423-76519-0
9783423765190
ca. 13,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 10
Systematik: K
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