Gefühl statt Kalkül
Wir Deutschen gelten als kühles Volk, das seine Emotionen zu sehr im Griff hat. Doch am Beispiel vom "Wunder von Bern" zeigt uns Röhrhoff auf, was Gefühlsausbrüche nachhaltig bewirken können: Begeisterung, die nach einer gewonnenen Fußball-WM
sogar ein Wirtschaftswunder zumindest fördernd nach sich zieht. Leidenschaftliche Gefühle können uns durchaus voranbringen und Emotionalität macht authentisch und sympathisch! Entscheidend dabei ist, sich nicht zu schämen und sich selbst zu vertrauen. Anhand vieler Beispiele aus Fußball, Werbung, Politik und eigenen Erfahrungen zeigt der Autor und Sportreporter Röhrhoff anschaulich auf, wie reine Fakten erst durch Emotionen glaubwürdig erscheinen und wie man lernt, sie zuzulassen. Ob man wirklich jederzeit emotional statt rational entscheiden sollte und Gefühle bedenkenlos manipulativ einsetzen darf, muss diskutiert werden. Trotzdem lesenswert, denn das Buch macht Mut, sich zu den eigenen Emotionen zu bekennen.
Lieselotte Banhardt
rezensiert für den Borromäusverein.
Gefühl statt Kalkül
Richard Röhrhoff
Ariston (2013)
272 S.
kt.