Verletzlichkeit macht stark
In einer Welt, in der vielfach Perfektion als höchstes Ideal und Perfektionismus als erstrebenswerte Lebensmaxime gesehen werden, ist es immer schwer, eigene Unzulänglichkeiten einzugestehen. Denn dadurch macht man sich auch angreifbar, verletzlich.
Doch nur so - ist die Autorin, eine renommierte US-amerikanische Psychologin, überzeugt - können wir authentisch werden und bleiben, eine Grundvoraussetzung für ein erfüllteres Leben. In sieben Kapiteln beschreibt sie, angereichert mit Beispielen aus ihrer eigenen beruflichen Praxis, wie sehr die (Un-)Kultur des "Nicht-genug-Seins" unsere Gesellschaft prägt, welche Vorurteile es über die Verletzlichkeit gibt. Sie zeigt auf, wie man die eigene Scham verstehen und überwinden lernt, welche Schutzschilde wir gegen unsere Verletzlichkeit auffahren und wie wir Lebens- und Arbeitswelt wieder menschlicher machen können. Ein interessantes Buch, das zu lesen sich durchaus lohnt, vor allem wenn man beginnen will, sich selbst zu vertrauen und die vermeintlich eigenen Schwächen zu akzeptieren. Überall möglich.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Verletzlichkeit macht stark
Brené Brown
Kailash (2013)
317 S.
fest geb.