Das Lied der Klagefrau
Puppenspieler Julius Klingenthal ist in jungen Jahren durch intrigante Machenschaften eines Chirurgen aus dem Medizinstudium gedrängt worden. Seinen Lebenstraum hat er dennoch konsequent verfolgt und für das Studium gespart. Mit 49 Jahren nun strebt
er erneut ein Studium an, muss aber seine Identität ändern, um sich als Jude in Göttingen erneut einschreiben zu können. Mit seiner jungen Frau, die als Klagefrau zum Lebensunterhalt beiträgt, führt er ein materiell sehr bescheidenes, arbeits-, aber aussichtsreiches Leben, bis widrige Ereignisse und feindliche Gegenspieler seine Existenz und sein Leben zu zerstören drohen. - Im Göttingen des Jahres 1786 angesiedelt versteht es der Autor, historische Fakten (z.B. Lebensumstände, Personen, Sprachgebrauch) und Fiktion nahtlos und auf unterhaltende Art miteinander zu verbinden, sodass eine authentisch wirkende Atmosphäre entsteht. Auch Spannung und Liebeshändel kommen in dem von Dialogen dominierten Roman nicht zu kurz - Freunden historischer Romane ist somit angenehme Zerstreuung garantiert.
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Lied der Klagefrau
Wolf Serno
Droemer (2011)
489 S.
fest geb.