Schweinehunde
Kommissar Konrad Simonsen wird aus dem Urlaub gerufen: Ein äußerst brutaler Mord, geradezu eine Schlachtung, erfordert seinen Einsatz. Die fünf erwachsenen Opfer sind noch unbekannt, doch schon verbreitet sich die Nachricht, es handle sich um Pädophile.
Der Leser erfährt nach und nach mehr als die Polizei: Eine Gruppe ehemaliger Missbrauchsopfer will sich auf diesem Wege nicht nur rächen, sondern unter Einsatz moderner Medien mit einer gezielten und wohlüberlegten Kampagne Stimmung machen und politische Veränderungen initiieren. Das Täter-Opfer-Verhältnis wird verkehrt, ganz Dänemark hält zu den Mördern und behindert die Polizei; zudem läuft geradezu eine Hexenjagd gegen (vermeintlich) Pädophile an, die Situation droht zu eskalieren, bis die Polizei den Spieß umdreht - jenseits der Legalität. - Das Buch ist nicht nur äußerst spannend, sondern lädt auch zu ernsten Gedankenspielen über Macht und Beeinflussbarkeit der öffentlichen Meinung, über missbräuchliche Nutzung der Medien, über die Grenzen der staatl. Gewalt usw. ein. Doch vor allem die Positionierung in dem Vexierbild Opfer/Täter kann den Leser nachhaltig beschäftigen, gerade bei dem aufwühlenden Thema "Pädophilie"! Ein äußerst packender, teilweise sehr harter Krimi mit moralischem und gesellschaftspolitischem Tiefgang. (Übers.: Günther Frauenlob)
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Schweinehunde
Lotte & Søren Hammer
Droemer (2011)
503 S.
fest geb.