Eismord
Zur Zeit der großen Pelzauktion in Algonquin Bay, 340 km von Toronto entfernt, ereignet sich ein brutaler und bizarrer Doppelmord, den man zunächst auf mafiöse Strukturen innerhalb der Pelzhändlerschaft zurückführt; außerdem weist die Spurenlage
auf eine weitere Person am Tatort hin. Der Leser kennt die Zeugin: Es ist die 18-jährige First Nations (indigen) Studentin Sam, die von ihrem verheirateten Liebhaber zum Schweigen gepresst wird. Zunehmend werden die Zusammenhänge komplexer, die Handlungsstränge verdichten sich, v.a. als eine rassistische Terrorgruppe in Erscheinung tritt. Der Autor nutzt den kanadischen Winter und die Weite der Landschaft, um Spannung und Thrill zu erzeugen; zudem hat er einige überraschenden Wendungen eingebaut. Wenn auch "Kommissar" Zufall bisweilen mithilft, ist es doch sehr erfreulich, ein solide und konventionell arbeitendes Ermittlerteam (klassische Spurensuche) um Detective J. Cardinal zu begleiten und durch die geschickten Perspektivwechsel des Autors bis zum Schluss unter Hochspannung gehalten zu werden. Allen Thrillerfreunden nachdrücklich empfohlen. (Übers.: Anke u. Eberhard Kreutzer)
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Eismord
Giles Blunt
Droemer (2011)
411 S.
fest geb.