Nachtwasser

Im abschließenden Fall dieser Trilogie (zul. „Finsternebel“, Besprechung online) bekommt der schwedische Justizminister Niklas Stockenberg kurz vor Weihnachten die anonyme Botschaft, dass er nur noch 14 Tage zu leben hat. Er bittet seine Ex-Frau, Nachtwasser die Polizistin Mina Dabiri, sich um ihre gemeinsame 16-jährige Tochter Nathalie zu kümmern. Mina, die unter einem extremen Waschzwang leidet, ist ihrer Mutterrolle bisher entflohen, nimmt aber ihre Tochter auf. Zeitgleich werden die Knochen eines vermissten Investmentunternehmers im Tunnelsystem der Stockholmer U-Bahn an einer Stelle gefunden, wo eine Gruppe Obdachloser lebt. Bei der Aufklärung des Falles hat Mina erneut den liebenswürdigen Mentalisten Vincent Walder an ihrer Seite, der hinter den Verhaltensweisen der Menschen ihre wahren Absichten enttarnen kann. Vincent ist heimlich in Mina verliebt, für sie ist das aber eher eine Seelenverwandtschaft, die auf dem Anderssein beruht. – Die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der allgegenwärtigen schwedischen Krimikönigin Läckberg und dem Illusionisten und Spezialisten für non-verbale Kommunikation Fexeus, resultiert in einer spannenden, psychologisch interessanten Trilogie. Übermäßig viel Raum nehmen allerdings Schilderungen von Advents- und Weihnachtsbräuchen sowie zum Familien- und Liebesleben der Protagonist:innen ein. Da auf die früheren Folgen der Trilogie wiederholt nur ansatzweise Bezug genommen wird, bleibt vieles bei der Handlung im Dunkeln. Eine Aufnahme dieses Bandes in den Bestand ist daher nur sinnvoll, wenn die beiden Vorgänger ebenfalls im Bestand sind. Zurzeit wird die Trilogie fürs Fernsehen verfilmt.

Maria Holgersson

Maria Holgersson

rezensiert für den Borromäusverein.

Nachtwasser

Nachtwasser

Camilla Läckberg, Henrik Fexeus ; aus dem Schwedischen von Katrin Frey
Knaur (2024)

684 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 618721
ISBN 978-3-426-22764-0
9783426227640
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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