Der gute Onkel

Die heute 68-jährige Bettina Göring ist Großnichte des Nazi-Verbrechers und Reichsmarschalls Göring und erzählt aus persönlicher Perspektive und hautnah ihre Familiengeschichte. Sie flüchtet mit 13 Jahren aus dem Elternhaus und schließt sich Der gute Onkel der Hippiebewegung an. Später geht sie als Bhagwan-Anhängerin nach Poona (Indien) und lebt heute als Heilpraktikerin in Thailand. Ein Hauptsatz ihres Buches lautet: „Hermann Göring war ein Massenmörder und Psychopath, der sehr charmant sein konnte. Monster sind nicht charmant, oder?“ Für seine Familie ist Göring der „gute Onkel“ (Buchtitel). Er kümmert sich als Familienoberhaupt fürsorglich um sie, verschafft ihnen Positionen, Jobs, Vergünstigungen, Pensionen, überhäuft sich mit Geschenken Die Großmutter „lässt nichts über ihn kommen.“ Für die anderen ist er ein Psychopath. Ab 1932 wird er zu Hitlers unverzichtbarem Komplizen, denn er hat Talent zum Repräsentieren und ist machtzentriert. Nach eigenen Worten ist er Hitler „vom ersten Augenblick mit Haut und Haaren ergeben.“ Die Autorin geht auf die Rolle als Reichstagspräsident, der die „Nürnberger Rassegesetze“ verkündet, und auf die „Endlösung der Judenfrage“ auf der Wannsee-Konferenz ein. Im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess leugnet er die Judenvernichtung als „dicke Übertreibung“. – Bettina Göring leistet mit diesem Buch einen Beitrag zur Aufarbeitung der dunklen deutschen Geschichte. Aus Fehlern der Vergangenheit können und müssen wir alle lernen! Eine tiefgründige Autobiographie und ein packendes Geschichtsbuch!

Berthold Schäffner

Berthold Schäffner

rezensiert für den Borromäusverein.

Der gute Onkel

Der gute Onkel

Bettina Göring, Melissa Müller
Droemer (2024)

415 Seiten : Illustrationen
fest geb.

MedienNr.: 618723
ISBN 978-3-426-27658-7
9783426276587
ca. 25,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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