Schwarzweißdenken

Die Journalistin Sara Maria Behbehani macht auf den alltäglichen Rassismus in Deutschland aufmerksam und will die Gesellschaft wachrütteln. Sie zeigt einerseits Missstände und Missverständnisse auf, andererseits überlegt sie, „wie sich eine Schwarzweißdenken polarisierte Migrationsgesellschaft mit sich selbst versöhnen kann.“ In ihren Beispielen erzählt sie davon, wie sich Rassismus und Heimatlosigkeit der Fremden im Alltag anfühlt. Trotz oder gar wegen des Risses und der Gräben durch unsere Gesellschaft müssen wir bei den stark kontroversen Themen Verständnis für das Gegenüber entwickeln, einander respektvoll behandeln und verantwortungsvoll miteinander diskutieren. Wenn Gegner in die Ecke gestellt und nicht gehört werden, entstehen erst recht Angst, Wut, Enttäuschung und Hass. Wer allerdings in der Auseinandersetzung die rote Linie von Würde und Anstand überschreitet, kann nicht am gesellschaftlichen Diskurs teilnehmen. Artikel 1 unseres Grundgesetzes lautet: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Medien haben nach Ansicht von Behbehani eine wichtige Funktion und Verantwortung. Sie sollten quasi Wissen darstellen, aufbereiten, aufklären, von verschiedenen Seiten beleuchten. Journalismus darf aber auf keinen Fall „zu einem persönlichen Kreuzzug verkommen.“ Auch in den Kommentaren sollte die Diversität der Gesellschaft abgebildet sein. Die Autorin verwendet einen schönen bildhaften Vergleich, wenn sie trotz allem das kleine „Licht sieht, das durch die Risse scheint.“ Was also ist zur Lösung all der Probleme notwendig? Chancengleichheit in den Schulen, Menschen mit Migrationshintergrund positiv sichtbar machen, staatliche Stellen müssen Straftaten auf allen Seiten konsequent bekämpfen - und vor allem müssen die Fluchtursachen (dazu gehören auch Klimawandel und Pandemie) bekämpft werden, nicht die Geflüchteten!

Berthold Schäffner

Berthold Schäffner

rezensiert für den Borromäusverein.

Schwarzweißdenken

Schwarzweißdenken

Sara Maria Behbehani
Droemer (2021)

283 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 605473
ISBN 978-3-426-27859-8
9783426278598
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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