Johannes Mario Simmel

Johannes Mario Simmel wächst behütet in einem weltoffenen, bürgerlich-liberalen Umfeld in Österreich und England auf. Als 14-Jähriger erlebt er den Einmarsch der deutschen Truppen, der schwerwiegende Folgen für die junge Familie hat. Walter Simmel, Johannes Mario Simmel der Vater, gerät als Jude und bekennender Sozialist in Lebensgefahr. Ihm gelingt die Flucht nach London, wo er kurz vor Kriegsende stirbt. Johannes sieht sich nun in der Verantwortung für seine Mutter und die jüngere Schwester. Nach 1945 kann er dank seiner perfekten Englischkenntnisse als Übersetzer für die amerikanischen Besatzer arbeiten und nebenbei eigene Text verfassen. Diese wiederum ermöglichen ihm, seine Karriere als Kulturredakteur voranzutreiben. Schon der erste Roman "Es muss nicht immer Kaviar sein" wird zu einem Bestseller, dem im Laufe der Jahre viele weitere folgen. Die Biografie zeigt Simmel mit all seinen Facetten: Auf der einen Seite den eleganten und charmanten Gentleman, der das glamouröse Leben am Starnberger See, in Cannes und Monte Carlo genießt; auf der anderen Seite den einsamen Menschen mit depressiven Phasen, der verzweifelt, übermüdet und erschöpft ist. Claudia Graf-Grossmann erweist sich als profunde Kennerin dieses literarischen Lebenswerks. Sie bettet die Entstehungsgeschichte der Romane geschickt in die Lebensbeschreibung Simmels und in das Zeitgeschehen ein, lässt Familienangehörige und Weggefährten zu Wort kommen und fügt die Mosaiksteine zu einem meisterhaften, lesens- und empfehlenswerten Porträt zusammen.

Gertrud Plennert

Gertrud Plennert

rezensiert für den Borromäusverein.

Johannes Mario Simmel

Johannes Mario Simmel

Claudia Graf-Grossmann
Droemer (2024)

334, [32] Seiten : Illustrationen (teilweise farbig)
fest geb.

MedienNr.: 618728
ISBN 978-3-426-27913-7
9783426279137
ca. 28,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Li
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