Eismusik
1888 gibt Eva Sars ihre Karriere als Solosängerin auf, um den Schürzenjäger und Polarforscher Fridjof Nansen zu heiraten, der gerade als erster Mensch Grönland zu Fuß durchquert hat. Nach zwei Totgeburten ist sie endlich wieder schwanger – und
Fridjof bricht auf zu seiner lang geplanten Expedition an den Nordpol, die die norwegische Krone und Regierung mitfinanziert haben. In diesem sehr gut recherchierten Roman beschreibt Lund aus Nansens Sicht dessen Erlebnisse während seiner waghalsigen und entbehrungsreichen Expedition, aber auch seine Sehnsucht nach Frau und Kind. Zudem lässt Lund ihn an der Rechtmäßigkeit seiner Expedition zweifeln, mit der er in die unberührte Natur eingedrungen ist. Abwechselnd mit seinen Erlebnissen im ewigen Eis erzählt die Autorin aus Eva Nansens Sicht von deren Leben zur gleichen Zeit in Norwegen. Obwohl Eva drei Jahre lang um ihren Mann bangen muss, nimmt die emanzipierte Frau ihr Leben selbst in die Hand, indem sie auf die Bühne zurückkehrt. Zitate aus Nansens Briefen an seine Frau und aus seinem Bericht über die Expedition „In Nacht und Eis“ sowie viele im Glossar übersetzte norwegische Wörter untermauern die Realitätsnähe dieses spannenden Romans.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Eismusik
Angela Lund
Droemer (2023)
413 Seiten
kt.