Ein Kind namens Hoffnung

Marie arbeitet als Köchin im jüdischen Haushalt der Familie Sternberg in einer Villa in Berlin. Obwohl dem Arzt Hanns Sternberg bereits die Approbation entzogen wurde und eine Bekannte, die Hitler persönlich kennt, die Familie warnt, glaubt er nicht Ein Kind namens Hoffnung an eine Gefahr, bis des Nachts Männer mit schweren Stiefeln ins Haus eindringen. Kurzerhand gibt Marie sich als Mutter des kleinen Leons aus, seine Eltern werden inhaftiert. Marie flieht mit dem Kleinen noch in der Nacht in ihre Heimat, wo ihr Vater Pfarrer eines kleinen Orts ist. Allerdings ist dieser den Nazis wohlgesonnen und Leon soll in ein Heim gebracht werden. Marie flieht erneut mit ihm. Auf der Reise begegnet sie dem Witwer Stephan mit seinen Kindern, der sich in einer brenzligen Situation als ihr Mann ausgibt. Um Leon Schutz zu bieten, heiratet sie Stephan und lebt jahrelang als Bäuerin auf dessen Hof. Als der Krieg vorbei ist, drängt es Marie, mit Leon nach Berlin zurückzukehren in der Hoffnung, seine Eltern zu finden. Es gelingt ihr, dort die Villa, die von amerikanischen Soldaten besetzt ist, für Leon zurückzufordern. Von Hanns Sternberg und seiner Frau Sara gibt es lange kein Lebenszeichen, bis sich mithilfe des Roten Kreuzes eine Spur nach München zeigt. Jahre wird es dauern - wie im Prolog, der 1957 handelt, angedeutet - bis eine Begegnung stattfindet. Eine fesselnde Lektüre, die auch für kleine Bestände eine Bereicherung ist.

Gabriele Berberich

Gabriele Berberich

rezensiert für den Borromäusverein.

Ein Kind namens Hoffnung

Ein Kind namens Hoffnung

Marie Sand
Droemer (2022)

283 Seiten
kt.

MedienNr.: 611075
ISBN 978-3-426-30909-4
9783426309094
ca. 15,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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