Die Insel des Zorns
Der ehemalige Hollywood-Star Lana Farrar lädt die engsten Freunde übers Wochenende auf ihre private Insel in der griechischen See ein. Hier ist die Gesellschaft bald aufgrund der Wetterlage isoliert und wird auch noch von einem Mord erschüttert.
– Was wie ein klassischer Whodunit-Roman im Stil von Agatha Christie beginnt, entwickelt sich schon bald zu einem psychologischen Verwirrspiel: Wer täuscht wen oder wird selbst getäuscht? Wer hat welchen Dreck am Stecken? Der Roman kommt wie eine griechische Tragödie in fünf "Akten" daher. Er ist zum größten Teil aus der Ich-Perspektive eines der Beteiligten geschrieben, der die Leser:innen zwar nicht direkt anlügt, aber mit der Wahrheit eben auch nur Stück für Stück herausrückt. Die Grundidee ist sehr überzeugend. Anders als in "Die stumme Patientin" vermag der Autor die Idee hier aber nicht in letzter Konsequenz in einen rundum empfehlenswerten Titel umzusetzen. Nur von der Grundidee und der (allerdings sehr gut beschriebenen) düsteren Stimmung allein kann ein solcher Roman nicht leben. Der Kauf für die Bücherei ist daher Ermessenssache.
Thomas Oberholthaus
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Insel des Zorns
Alex Michaelides ; übersetzt von Kristina Lake-Zapp
Droemer (2024)
350 Seiten
kt.