Der Honigmann
Berlin hinter sich lassend, ziehen Tim und Fine mit ihrer Tochter ins überschaubare, malerische und paradiesische Fischbach. Das Zusammenleben auf dem Land klappt gut, Freundschaften und Beziehungen gedeihen, eine reformorientierte Schule tut ein
Übriges. Besonders ein alter Herr, von allen „Honigmann“ genannt, ist bei Müttern und Kindern beliebt. Aber gerade über diesen wird ein schockierendes Gerücht verbreitet, er sei ein verurteilter Pädophiler. Unter den Eltern ist besonders Fine sehr besorgt und aufgebracht. Sie gründet eine WhatsApp-Gruppe mit dem Ziel, den „Honigmann“ aus dem Ort zu vertreiben. Es kommt sogar zu einer Demo vor dem Laden. Der Höhepunkt dieser „Hetzjagd“ ist erreicht, als das Geschäft abbrennt und Fine verdächtigt wird, dahinter zu stecken. – Peter Huth legt einen Roman vor, der unserer heutigen Realität sehr nahekommt, indem er den Einfluss von Social Media und dessen Dynamik aufzeigt. Er zeigt, wie Dinge eskalieren und Gutgemeintes ins Gegenteil umschlagen kann. Als Leser:in fragt man sich: Welche Einstellung habe ich zu den Themen Resozialisierung, Solidarität, Gerechtigkeit und Selbstjustiz?
Berthold Schäffner
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Honigmann
Peter Huth
Droemer (2024)
255 Seiten
fest geb.