Die Farben der Revolution
Einer der berühmtesten Politiker der Französischen Revolution, Robespierre, wohnt für einige Zeit bei der Handwerker- und Jakobinerfamilie Duplay in Paris. In einem kleinen Zimmer schreibt er seine Reden, trifft seine Mitstreiter aus der Politik
und lernt Éléonore, die älteste Tochter des Schreiners Duplay, kennen. Beide verlieben sich kurzerhand ineinander. Éléonore ist Malerin, kämpft ebenfalls für die entstehende Republik und setzt sich für das Wahlrecht von Frauen ein. Nachdem sie auf dem Marsfeld vor den Toren von Paris nur knapp einem Massaker entkommt, nimmt sie dem Revolutionsführer das Versprechen ab, dass sich keine Regierung mehr gegen das eigene Volk wenden wird. Ein Versprechen, das während der sogenannten Terrorherrschaft der Jakobiner unter der Führung von Robespierre auf eine Zerreißprobe gestellt wird. Und so ist die Liebe des Revolutionspaars unzertrennlich mit dem Verlauf der Französischen Revolution verbunden. – Der Roman um die fiktive Liebesgeschichte von Robespierre und Éléonore spielt vor der historischen Kulisse der sogenannten zweiten Phase der Französischen Revolution, in der sich eine Republik bildete, die sich mit den Mitteln des Terrors gegen innere und äußere Feinde der Revolution zu behaupten versuchte. Die Ereignisse werden jedoch nicht aus Sicht des berühmten Robespierre beschrieben, der einer der führenden Köpfe der Regierung war, sondern aus der von Éléonore. Daher findet sich auch nicht das Gemälde, das Eléonore von ihrem Verlobten anfertigt, auf dem Buchtitel, sondern ihr Selbstporträt. Die Ich-Erzählerin gibt einen Einblick in die Rolle der Frau zu dieser Zeit und einen verständnisvolleren Blick auf Robespierre, dem der Ruf des Diktators nicht nur zu Lebzeiten anhaftet. So gelingt es der Autorin, mit frischen Farben das Bild der Französischen Revolution nachzuzeichnen. Mit ausführlichem Quellenverzeichnis.
Sebastian Heuft
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Farben der Revolution
Jeanette Limbeck
Knaur (2025)
463 Seiten
fest geb.