Echokammer
Vier Wochen vor den norwegischen Parlamentswahlen wird bei einem Unfall im Auto des schwerverletzten und bewusstlosen Mannes ein Rucksack mit brisantem Inhalt gefunden: Es handelt sich um Schalen von Rizinbohnen. Mit diesen Bohnen kann man ein Giftgas
herstellen, was äußerst tödlich wirkt und gegen das es kein Gegenmittel gibt. Die Identität des Verletzten ist zunächst unbekannt, der Rucksack gehört einer vermissten niederländischen Frau. Die Polizistin Liselott Benjamin ermittelt und sticht in ein Wespennest: Scheinbar plant eine rechtsextremistische Gruppe vor den Wahlen einen Giftgasanschlag. Die vermisste Niederländerin wurde von einer rechtsextremistischen Terrorgruppe als Geisel genommen. Der ehemalige Ermittler Martin Tong wird überredet, wieder in seinen Beruf einzusteigen und Benjamin bei den Ermittlungen zu helfen, um den Anschlag zu verhindern. Die beiden ergänzen sich gut und ermitteln in einem Sumpf von rechtsextremistischer Ideologie, Intrigen und gefakten Social-Media-Accounts und -Kommentaren. Sie ahnen nicht, wie nahe ihnen die Terroristen sind. – Ein spannender, brisanter, hochaktueller Thriller, Auftakt einer Trilogie, vor der Kulisse einer Parlaments-Wahl. Johnsrud zeigt auf, wie die öffentliche Meinung durch Social-Media und andere Aktionen im Internet beeinflusst werden kann. Auch die Hintergründe der Terroristen erfährt man und wie leicht sich gerade junge Leute mitreißen und radikalisieren lassen. Dieses Szenario könnte genauso in Deutschland passieren. Das Buch wurde zu Recht mit einem norwegischen Krimipreis ausgezeichnet. Leser:innen, die wegen der aktuellen Bedrohungslage sich schon nicht so gut fühlen, sollten dieses Buch lieber nicht lesen. Für alle Büchereien sehr zu empfehlen.
Melanie Bremer
rezensiert für den Borromäusverein.
Echokammer
Ingar Johnsrud ; aus dem Norwegischen von Daniela Stilzebach
Droemer (2025)
Ein Fall für Benjamin & Tong ; [1]
448 Seiten
kt.