Der Schrein
Minami schreibt an einem neuen Horrorroman, doch sie kommt nicht gut voran und bis zur Deadline im Sommer ist nicht mehr viel Zeit. Da meldet sich ihre Freundin Asako bei ihr, mit der sie lange keinen Kontakt mehr hatte. Sie erzählt, dass sie mit
einer Gruppe von Leuten unterwegs ist, die unheimliche Orte aufsucht. Damit trifft sie genau das Romanthema Minamis, die sich deshalb mit ihr zusammen aufmacht. Dass das Ganze zu einem "real trip" wird, hat Minami nicht erwartet. – Der Roman, bereits 2007 in Japan erschienen, entspricht nicht der hiesigen Typisierung "Horrorroman"! Er erzählt kleinteilig intensiv Unheimliches, ohne das Übernatürliche zu bemühen. Es geht darum, wie Menschen davon ergriffen werden, was sie spüren und wie sie damit umgehen. Das alles in einem herrlich entspannten Sprachstil, der die Leser:innen schnell mitnimmt in die japanische Kultur. Kein Thriller, wie der Verlag auf dem Cover angibt, aber spannende Unterhaltung. Sehr empfehlenswert.
Susanne Körber
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Schrein
Nanami Kamon ; aus dem Japanischen von Bernd Sambale
Knaur (2026)
201 Seiten
kt.