Die Tochter der Seidenweberin
Köln im Hochmittelalter. Lisbeth Ime Hofe hat die Seidenwebereien von ihrer Mutter und ihrer Schwiegermutter übernommen und führt das von Frauen dominierte Gewerbe erfolgreich fort. Gerne würde sie die Zunft wieder stärken, die sehr an Bedeutung
verloren hat. Die Zunftgesetze werden kaum mehr beachtet und offizielle Zunftversammlungen finden nicht mehr statt. Gemeinsam mit ihrem Mann Mertyn, der Kölner Ratsherr ist, kämpft sie dafür. Privat verzweifelt sie zunehmend daran, dass sich ihr Kinderwunsch nicht erfüllt und ihr Mann seine Geschäfte interessanter zu finden scheint als sie ... - Ursula Niehaus führt mit diesem Buch den Roman "Die Seidenweberin" (BP 07/814) fort, in der sie das Leben der Fygen Lützenkirchen beschrieb. Diese trifft der Leser hier wieder und erfährt, wie ihr Leben sich entwickelt hat. Schwerpunkt ist allerdings das Leben der Tochter, sodass man das erste Buch nicht gelesen haben muss. Wieder entführt die Autorin den Leser in die faszinierende Welt des Mittelalters. Dabei erfindet sie ihre Figuren nicht, sondern greift auf historische Charaktere zurück, deren Leben sie an der ein oder anderen Stelle ihrem Roman anpasst. Man erfährt viel über das Leben, das Seidenweben und den Handel im Mittelalter. Darüber hinaus geht es aber auch um Intrigen, Mord und Totschlag, Freundschaft und Liebe. Ein wirklich wunderbar geschriebenes, fesselndes Buch, das man kaum aus der Hand legen kann, wenn man einmal in seine Welt eingetaucht ist!
Nicole Hochgürtel
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Tochter der Seidenweberin
Ursula Niehaus
Knaur (2011)
556 S.
fest geb.