Die Gesichter des Bösen
Die Autorin beleuchtet zentrale Aspekte des Bösen im Alten und Neuen Testament und damit verbunden die Begriffe Teufel/Satan, Dämonen und deren Verbreitung in der mittelalterlichen Dämonenlehre bis hin zu den Exzessen des Hexenwahns. Während die
Bibel sich nicht mit den Ursachen des Bösen beschäftigt, macht die christliche Lehre dualistische Tendenzen dafür verantwortlich. Die Bekämpfung des Bösen, dessen Existenz in der Form des Teufels die Kirche auch weiterhin lehrt, geschieht durch den Glauben an Christus, durch Gebete, Segnungen, Exorzismus und Beichte. Dieses Deutungsmonopol der Kirche wurde jedoch in den letzten Jahrhunderten abgelöst u.a. von biologistischen, psychoanalytischen, marxistischen oder neurologischen Konstrukten, die aber allesamt keine Lösungen bieten. - Das Buch ist als Diskussionsgrundlage für einen konstruktiven Umgang mit dem Bösen durchaus geeignet und kann ab mittleren Beständen angeboten werden.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Gesichter des Bösen
Dorothee Boss
Echter (2011)
117 S.
fest geb.