Die Kunst zu trösten

Wie ist das mit dem Trösten, mit dem richtigen Wort, dem richtigen Ton? An dieser Frage setzt der Autor an und stellt guten oder wahren Trost gegen Vertröstung und hohle Phrasen. Er spannt einen Bogen von Ijob über den Holocaust bzw. der Shoa zu Die Kunst zu trösten den Fragen: Warum lässt der gute Gott den Menschen leiden? Ist der getröstet, der im Leiden einen Sinn findet? Die Lebensgeschichte des Psychiaters Victor Frankl zeigt, dass sich selbst in schwersten Situationen Sinn und Trost finden lassen. Was kann helfen beim Trösten? Nicht zu viel wollen und reden, das Elend auszuhalten sei schon viel, meint der Autor und benennt das, was außerdem tröstlich sein kann: Das Vertrauen und der Glaube an Gott, die Sakramente der Beichte und Krankensalbung, besondere Orte und religiöse Lieder. Im letzten Kapitel geht er auf die ignatianische Perspektive ein, die zeigt, dass sich in allen Situationen des Lebens Trost finden lässt, allerdings nicht als Selbstzweck, sondern als Schlüssel, den Willen Gottes für sein Leben zu erkennen. Das Buch bietet weder ‚billigen‘ Trost noch eine Anleitung zum richtigen Wort oder Ton. Aber denjenigen, die in ihrem Leben über Trost nachdenken wollen, kann es Impulse bieten.

Christiane Raeder

Christiane Raeder

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Kunst zu trösten

Die Kunst zu trösten

Philipp Müller
echter (2020)

Ignatianische Impulse ; Band 88
87 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 602027
ISBN 978-3-429-05539-4
9783429055394
ca. 8,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Fa
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