Money, money, money
Die dreifache Erwähnung des Wortes "Money" im Titel führt leicht zu der Feststellung "Alles dreht sich ums Geld". Wie verträgt sich das mit dem Untertitel: "Eine franziskanische Ökonomie der fruchtbaren Genügsamkeit"? Mit Franziskus verbunden
ist der Gedanke an freiwillige und radikale Armut. Diese radikale Ablehnung des Geldes durch den Heiligen Franziskus wurde paradoxer Weise zum Ausgangspunkt ethischer und moralischer Reflexionen für eine verantwortete und verantwortliche Geld- und Marktwirtschaft, die sich im Laufe der Zeit entwickelte und bis heute Impulse gibt. - In dem Buch werden u.a. Fragen des Eigentums, der Preisbildung, des Arbeitsrechtes, Gewinn und Rendite, Kosten- und Nutzenprinzip etc. aus einer ethischen Perspektive angegangen. So geht es auch darum, Verantwortlichen einen moralisch anerkannten Platz in der Gesellschaft und der Kirche zu verschaffen, ethische Grundregeln eines funktionierenden und gerechten Marktes zu entwickeln und ein unmoralisches wirtschaftliches Verhalten der Kirche aufzuzeigen. Die Überlegungen in diesem Büchlein geben wichtige Hinweise und Impulse angesichts wachsender Armut und den Folgen von Klimakatastrophen, Krieg und Flucht neue Wege zu gehen. Es handelt sich um keine eingängige und leichte Lektüre, ökonomische und ethische Grundbegriffe müssen durchdacht werden. Eine wertvolle Hilfe und Lektüre ist es für diejenigen, die sich mit alternativen Wirtschafsfragen und ethischen Überlegungen beschäftigendes. Das können Initiativgruppen in Kirchengemeinden sein, Dritte-Welt-Gruppen, aber auch(finanz-)politisch Interessierte sein.
Siegfried Heinemann
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Money, money, money
Johannes Baptist Freyer
echter (2023)
Franziskanische Akzente ; Band 37
88 Seiten
fest geb.