Spielunterbrechung
Oliver Bierhoff wurde auch der nicht fußballbegeisterten Öffentlichkeit schlagartig bekannt, als er mit dem sog. "Golden Goal" das Finale der Fußballeuropameisterschaft 1996 für die deutsche Mannschaft entschied. Wenn man erwartet, Bierhoff habe
mit diesem Buch eine Autobiografie geschrieben, dann liegt man weit daneben. Natürlich kommen immer Bezüge zum eigenen Leben und zur eigenen Karriere als Fußballer. Aber sehr oft zieht er wirtschaftliche Thesen in den Vordergrund, wenn er davon spricht, dass das Gesamtpaket stimmen muss, oder dass Märkte, Tantiemen und Globalisierung eine bedeutende Rolle spielen. Das Buch erzählt vom Wandel des Fußballs, greift die Diskussionen um Führungsstile auf und zeigt finanzielle Hintergründe und Anreize in der Profiszene. Der Autor beschreibt aber auch sein Aufgabenspektrum rund um die Nationalmannschaft. Seine Aufforderung zu Weltoffenheit und Integration stehen dabei immer wieder im Vordergrund. So ist ein Fußballbuch entstanden, das sehr oft die Verbindung zu unserer Gesellschaft herstellt und so selbst für nicht unbedingt fußballinteressierte Leser durchaus lesenswert ist.
Gerd Fleder
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Spielunterbrechung
Oliver Bierhoff
Econ (2012)
304 S.
fest geb.