Hirn statt Moral
Im Angesicht einer immer gespalteneren politischen Gesellschaft sieht die Autorin einen Ausweg, der sich neurobiologische Hirnrealitäten zu Nutze macht und in diesem Buch ausführlich vorgestellt wird. Statt Menschen durch moralische Appelle von der
eigenen Meinung zu überzeugen und dadurch eher die Fronten zu verhärten, als Verständnis zu erreichen, ist es ihr Ziel, sich auf die einheitliche Hirnstruktur von Menschen zu besinnen und so die Ansichten anderer nachzuvollziehen. Statt Personen in der Outgroup abzuwerten, sollen diese bewusst humanisiert und in ihrer Menschlichkeit wahrgenommen werden. Dafür geht die Autorin auf aktuelle politische Geschehnisse wie das Sommerinterview der AfD oder auch die Ermordung Charlie Kirks ein und verleiht dem Buch somit eine dringliche Aktualität und liefert moderne Lösungsvorschläge. Lediglich die versprochene Offenheit für sämtliche politischen Positionen wird nur bedingt eingehalten und die Autorin lässt die eigene Meinung an mehreren Stellen deutlich zu Tage treten. Wer dies im Hinterkopf behält, bekommt in dem Buch jedoch eine interessante Idee, wie Politik neu gedacht werden könnte, vorgestellt.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Hirn statt Moral
Liya Yu
Econ (2026)
218 Seiten
fest geb.