Die wundersame Reise einer finnischen Gebetsmühle
Während Kalle Homanen an einer viersprachigen interaktiven Gebetsmühle bastelt, steht sein Freund Lauri Lonkonen bis zur Hüfte einsam und verlassen im Wasser des Finnischen Meerbusens. Er ist dummerweise von einem Ausflugsboot gefallen und hat auf
einem Stein zufällig wieder Boden unter den Füßen gefunden. Nach zwei Tagen wird er von der Küstenwache aus dieser misslichen Lage befreit und steigt umgehend in Homanens Gebetsmühlenprojekt ein. Weil beide einen entsprechenden Absatzmarkt in Indien vermuten, reisen Kalle und Lauri nach Neu-Delhi, wo sie eine größere Autowerkstatt scheinbar für die Serienfertigung begeistern können. Um sich einen weiteren Absatzmarkt zu erschließen, zieht es die beiden nach China und Tibet. Trotz oder gerade wegen der Empfehlung des Dalai Lama scheitert ihr Unternehmen und sie und landen in einem chinesischen Gefängnis. Natürlich gelingt ihnen die Flucht, bei der Kalle und Lauri im Himalaya den Yeti, einen als Touristenattraktion getarnten Kirgisen, treffen. Nebenbei haben die beiden noch eine neue Religion gegründet, die sich rasend schnell über den ganzen Erdball ausbreitet. Wieder zurück in Finnland veranstalten sie an einem idyllischen See einen zehntausendfach besuchten Weltkongress ihres Glaubens, eröffnen ein indisches Restaurant und leben dort fortan glücklich und zufrieden mit ihren Ehefrauen. - Wie immer bei diesem Autor jagt eine Idee die andere, die sich laufend in ihren Absurditäten übertreffen und so ständig neue, abenteuerlichere Wendungen hervorbringen. Hier ist ein finnischer Münchhausen unterwegs, der vor nichts zurückschreckt. Für eingefleischte Fans Paasilinnas ein Muss! (Übers.: Regine Pirschel)
Josef Schnurrer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die wundersame Reise einer finnischen Gebetsmühle
Arto Paasilinna
Ehrenwirth (2012)
218 S.
fest geb.