Der Spielverderber
Didi Hamann, wohlbekannter Fußball- und TV-Experte, spricht in 45 kurzen Kapiteln schlagwortartig und mit vielen konkreten Beispielen aus, was ihm am deutschen Fußball missfällt. Schon Kinder werden beim Training in Schablonen gepresst; Eigeninitiative
und Verantwortung kann so nur schwer erreicht werden. Auch in Internaten und Akademien stehen sie wegen der Konkurrenzsituation unter Druck, worunter die Selbständigkeit leidet. Junge Leute brauchen aber mehr Freiräume sowohl im Spiel als auch im Privatleben. Vereine müssen ihre eigenen Jugendlichen unterstützen, mit denen sich die Fans identifizieren können. Kleinere Vereine wie Heidenheim bereichern die Bundesliga. Des Weiteren kritisiert Hamann, dass zu wenig Spieler und Mannschaften aus Ostdeutschland gefördert werden. Schiedsrichter müssen wieder mehr Autorität bekommen. VAR-Assistenten und zu viel Technik verderben den Fußball, weil die Dynamik verloren geht. Und gute Kommentatoren erkennt man, wenn sie selbst früher auf dem Platz exzellent gespielt haben. Didi Hamann und Oliver Fritschs Erfahrung: Fußball muss Freude und Spannung erzeugen! Das entsprechende Erfolgsrezept, zitiert nach Urs Meier: „Fußball hat 17 Regeln. Die wichtigste, Regel 18, steht nirgendwo geschrieben. Sie handelt vom gesunden Menschenverstand.“ – Für alle Bestände empfohlen!
Berthold Schäffner
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Spielverderber
Didi Hamann, Oliver Fritsch
Goldmann (2026)
251 Seiten
kt.