Die Frauen von der Beacon Street
Helen und ihre Tochter Eulah aus Boston wollen mit der Titanic von ihrer Europareise zurückkehren, doch kommen sie nie wieder zu Hause an. Vater Lan flüchtet sich mit Laudanum ins Vergessen, sein Sohn Harley stürzt sich in Liebschaften, Zechereien
und wird spielsüchtig. Harleys Schwester Sibyl hingegen versucht, sich den Verstorbenen bei Séancen zu nähern. Doch erst, als sie beginnt, regelmäßig Opiate zu nehmen, glaubt sie der Mutter und der Schwester näher zu kommen. - Howe erzählt spannend die tragische Familiengeschichte, die in der Bewältigung ihrer Probleme erstaunlich aktuell ist. Wenngleich der plötzliche Wandel der Figur Sibyl etwas befremdlich wirkt, die, beschrieben als an Konventionen festhaltende, nervenstarke und kluge Frau, plötzlich bedenkenlos Opium konsumiert und sich sogar von ihrem Liebhaber, immerhin ein Psychologe, zu wissenschaftlichen Zwecken Opiate verabreichen lässt, spiegelt dieser Roman ein Bild der dekadenten verschwendungs- und vergnügungssüchtigen hohen Bostoner Gesellschaft zu Beginn des 20. Jh. wider. (Übers.: Judith Schwaab)
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Frauen von der Beacon Street
Katherine Howe
Page & Turner (2013)
604 S.
fest geb.