Die Sklavin des Sultans
Als Jugendlicher wird der Häuptlingssohn eines vom Sultan unterworfenen Stammes kastriert und zum Sklaven gemacht. Er bekommt den Namen Nus-Nus. Der Junge dient als Vorkoster des Sultans und bewacht dessen Harem, in den eines Tages die Engländerin
Alys Swann gerät, deren Schiff überfallen und die daraufhin an den Sultan verkauft wurde. Nus-Nus verliebt sich in Alys und lehrt sie, alle zum Überleben notwendigen Strategien: Zum einen muss sie, zumindest zum Schein, zum Islam übertreten, zum anderen muss sie sich, spätestens, als sie mit einem Sohn - und damit möglichen Thronerben - schwanger ist, vor den Intrigen der Hauptfrau des Sultans schützen. Mithilfe ihres fiktiven Ich-Erzählers Nus-Nus entwirft Johnson ein realistisches Panorama des Alltags am Hof eines Sultans. Wie aus dem Nachwort ersichtlich, orientierte sie sich an dem historischen Sultan Moulay Ismail, der Marokko 25 Jahre lang größenwahnsinnig und blutrünstig regierte. Ein historischer Überblick, ein Glossar und eine Bibliografie zeugen von der guten Recherche der Autorin. In dem in sich stimmigen und spannenden Plot agieren die gut gezeichneten Figuren vor einem realistischen Hintergrund der politischen und sozialen Verhältnisse, in denen sie leben. (Übers.: Pociao)
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Sklavin des Sultans
Jane Johnson
Page & Turner (2012)
535 S. : Ill.
fest geb.