Nein! Ich geh nicht zum Seniorentreff!
Der flapsig formulierte Titel der 2007 einer breiten Öffentlichkeit durch den Bestseller "Nein! Ich will keinen Seniorenteller!" (BP 07/573) bekannt gewordenen englischen Journalistin und Autorin, lässt vermuten, dass hier jemand schreibt, der partout
und mit allen Mitteln jung bleiben will. Dass dem aber keineswegs so ist, spürt der Leser schon bei der Lektüre des Vorworts und dann in jedem der 20 Kapitel, die sich mit allen nur denkbaren Problemen, Befindlichkeiten und Beschwernissen des Alterns (bis hin zu Krankheit und Tod) beschäftigen, die aber v.a. auch die schönen Seiten des Alters zeigen und die die weniger schönen auf witzige und selbstironische Weise beleuchten wollen. Virginia Ironside, Jahrgang 1944, ist ein ausgesprochen persönlich gefärbter Erlebnisbericht, ein herzerfrischend aufrichtiges und darüber hinaus amüsantes, witzig geschriebenes Buch gelungen, das an den Erfolg des Vorgängertitels anknüpfen dürfte. Auch wenn manche Formulierung ein wenig aufgesetzt und pointenwirksam daherkommt, das Buch kann belehren und amüsieren, zum Widerspruch reizen, aber auch Trost spenden und Mut machen - nicht umsonst hat die Verfasserin jahrelang als "Kummerkastentante" (S. 95) für die Frauenzeitschrift "Woman" gearbeitet. Alles in allem eine angenehm lesbare, keineswegs oberflächliche oder seichte Lektüre für ältere Semester, insbesondere natürlich für diejenigen weiblichen Geschlechts. (Übers.: Gertrud Wittlich)
Nein! Ich geh nicht zum Seniorentreff!
Virginia Ironside
Goldmann (2011)
254 S.
fest geb.