Der Hinterhalt
Seit er 18 Jahre alt ist, tötet Joseph in einem vor dem Rest der Welt verborgen ausgetragenen Krieg zwischen zwei verfeindeten Gruppen. Worum es in der seit Generationen tobenden Fehde eigentlich geht, versteht er selbst nicht. Er geht aber zunächst
noch in nahezu kindlicher Naivität davon aus, dass er zu den "Guten" gehört. Mit seiner Liebe zu einer noch minderjährigen Außenstehenden und dem Kind dieser Liebe verstößt er gleich gegen mehrere eherne Gesetze und gerät so selbst ins Visier auch der eigenen Leute. - Fast schon verstörend wirkt dieser Debütroman auf seine Leser/innen: Darf man derartige Sympathien zu einem Auftragsmörder entwickeln? Über allem liegt eine düstere Grundstimmung, denn es ist von vornherein klar, dass das junge Paar nicht die geringste Chance hat. (Fast) ganz aus der Sicht des Mörders wiedergegeben, ist die Perspektive und Erzählweise sehr interessant, denn Joseph schreibt seine Geschichte quasi als Vermächtnis für seine immer wieder mit "Du" angeredete Geliebte auf. Die Namen des Paares schlagen für Leser/innen mit christlichem Hintergrund zwar zunächst einen leicht verwirrenden Haken in Richtung Bibel (Joseph und Maria) - dieses spielt für den Verlauf des Buchs allerdings kaum eine Rolle. Man mag es kaum für möglich halten, doch Shane hat mit diesem überaus eindrucksvollen Start seiner Trilogie das Thriller-Genre zum Teil neu definiert. Alle Leser/innen werden sicher gespannt sein auf die Folgebände, von deren Inhalten man am Ende des Buches schon eine leise Ahnung bekommt. Kaufen! Lesen! (Übers.: Thomas Bauer)
Thomas Oberholthaus
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Hinterhalt
Trevor Shane
Goldmann (2012)
Paranoia / Trevor Shane ; 1
477 S.
kt.