Heldendämmerung
Denkmäler sind ein Ausdruck des historischen Gedächtnisses einer Gesellschaft, sie können aber auch politisch instrumentalisiert werden und damit der historischen Mythenbildung dienen. Politischer oder gesellschaftlicher Wandel führt deshalb nicht
selten zu einem Bildersturm, wie jüngst in den USA im Gefolge der Bewegungen gegen Rassismus und Kolonialismus. Diese Zusammenhänge analysiert die britische Historikerin Alex von Tunzelmann am Beispiel von zwölf "gestürzten Helden" (englischer Titel) und ihrer wechselhaften Geschichte. Dabei wird deutlich, dass historische Narrative nicht in Stein gemeißelt sind und dass ein Denkmalsturz den kritischen Umgang mit traditionellen Geschichtsbildern befördern kann. Leider sind die meisten der behandelten historischen Größen hierzulande eher wenig bekannt (Ausnahmen: George Washington, Lenin, Stalin). Dennoch kann das gut lesbare Buch als Beitrag zur politisch-historischen Bildung großen Büchereien empfohlen werden.
Johann Book
rezensiert für den Borromäusverein.
Heldendämmerung
Alex von Tunzelmann ; ins Deutsche übertragen von Kristin Lohmann
Goldmann (2022)
381, [8] Seiten : Illustrationen (überwiegend farbig)
fest geb.