Die großen Unbekannten der Mathematik
Das traditionelle Narrativ stellt die alten Griechen als Urheber der modernen Mathematik auf ein Podest. Für das Autorenteam, eine Mathematikhistorikerin und ein Wissenschaftsjournalist, ist diese eurozentristische Sichtweise eine Verzerrung der Wirklichkeit.
Tatsächlich basiere die heutige Mathematik auf einer beeindruckenden Verschmelzung von Konzeptionen aus aller Welt. So entstanden erste Ansätze zur Infinitesimalrechnung, die von Newton und Leibniz entwickelt wurde, schon viel früher in Indien. In 15 Kapiteln wird die Entwicklung der Mathematik dargestellt, beginnend mit den Zahlensystemen Mesopotamiens, des kaiserlichen Chinas, Altägyptens und der Mayakultur. Auch die Bedeutung Indiens und Arabiens für die Konzepte von Algebra und Algorithmen darf nicht unterschätzt werden. Erst in der Neuzeit dominieren europäische Gelehrte den Fortschritt der Mathematik. Das Sachbuch, das viele eher weniger bekannte mathematische Pioniere kurz porträtiert und dabei die weiblichen Beiträge zur Wissenschaft besonders würdigt, schließt mit einem Ausblick auf mathematische Probleme, die es noch zu lösen gilt. Es bietet eine interessante Lektüre für fachlich etwas vorgebildete Leser:innen.
Die großen Unbekannten der Mathematik
Kate Kitagawa, Timothy Revell ; aus dem Englischen von Nastasja S. Dresler
Goldmann (2023)
398 Seiten : Illustrationen, Karten
fest geb.