Die Sonntagsschwestern
Hanne, Mone und Jessy sind auf sich allein gestellt, nachdem ihr Vater die Familie verlassen hat und die Mutter ihren Kummer darüber im Alkohol ertränkt. Hanne sorgt nun für die Familie, verlässt sie aber bald, um zu studieren und danach zu heiraten.
Jeden Sonntag lädt sie alle zu sich nach Hause ein. Mone heiratet einen Soldaten, der oft im Auslandseinsatz ist, so dass Mone eine Affäre mit Hannes Mann beginnt. Jessy war schon in der Schule in Lukas verliebt. Ihr Liebesbrief an ihn kursierte damals in der ganzen Schule. Nicht genug damit, fiel sie einer Wette von Lukas mit seinen Freunden zum Opfer, woraufhin sie einen Suizidversuch beging. Jahre später wagt sie dennoch einen Neuanfang mit Lukas. Erst als Hanne schwer erkrankt, erkennen alle, dass sie die sonntäglichen Treffen bei ihr als Familie zusammengehalten haben. Die Autorin richtet ihren Blick abwechselnd auf ihre vier Frauengestalten und erzählt aus deren Sicht die sie beschäftigenden Gedanken und Wünsche. Ein spannender Roman, dessen Handlung sich fast ausschließlich um private (Liebes-)Konflikte dreht und dabei gesellschaftliche und politische Verhältnisse der Zeit, in der er spielt, kaum mit einbezieht.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Sonntagsschwestern
Sonja Roos
Goldmann (2023)
442 Seiten
kt.