Auf der Couch
Psychotherapie ist ein Abenteuer, weil der Autor sich mit seinem Patienten auf einen Weg mit ungewissem Ziel einlässt, wenn er mit ihm zusammen in die Tiefe seiner Seele vorstößt. Starke Gefühle wie Schuld, Wut, Eifersucht, und Verlustängste werden
an Fallgeschichten von acht Patienten deutlich und auch die Trauer, die der Therapeut mit durchleidet. Er hilft jedem Einzelnen, sich mit seinem wahren Problem zu konfrontieren, wogegen sich der Betroffene zu Anfang oftmals wehrt. Dabei stehen "drei Werkzeuge zur Verfügung: der Patient selbst, ich, ... und das Wort." (S. 7). - Ausdrücklich kein Selbsthilfe- oder Ratgeberbuch, macht es deutlich, wie Patienten in den Sitzungen mit sich ringen, wie der Therapeut unterstützend arbeitet und eine Entwicklung anleitet; beide agieren auf menschlicher Basis miteinander, manchmal recht temperamentvoll. Zur Bestandsergänzung.
Karola Bartel
rezensiert für den Borromäusverein.
Auf der Couch
Gabriel Rolón
btb (2013)
254 S.
fest geb.