Missgeschicke der Evolution
Der deutsche Titel der italienischen Originalausgabe führt in die Irre, wenngleich die Autorin bewusst die menschliche Perspektive einnimmt, um die Leser/innen zum Staunen zu bringen. Es geht um Extremanpassungen, die wir Menschen zwar häufig als
skurril empfinden mögen, hinter denen sich aber geniale Lösungen für das Überleben verbergen. Unter fünf thematischen Aspekten (Extrembedingungen, Parasitismus, aussterbende Arten, außergewöhnliche evolutionäre Anpassungen und Giftmischer) werden insgesamt 37 systematisch ganz unterschiedlich gestellte Tierarten bzw. -gruppen mit ihren staunenswerten Angepasstheiten vorgestellt. Da geht es beispielsweise um Vampir-Vögel, um Fliegen, die Ameisen enthaupten, und auch um die Zibetkatze, die für die teuersten Kaffeebohnen der Welt verantwortlich ist. Die Autorin ist eine ausgezeichnete Erzählerin, die ihre Essays mit Anekdoten aus der Forschungsgeschichte, dem Brauchtum der Völker oder eigenen Erlebnissen würzt. So entsteht ein gleichermaßen lehrreiches wie unterhaltsames und im besten Sinne des Wortes populärwissenschaftliches Sachbuch, das allen Büchereien gerne empfohlen wird.
Missgeschicke der Evolution
Lisa Signorile
btb (2014)
374 S. : Ill. (farb.)
fest geb.