Isländische Könige
Die Geschichte des isländischen Knudsen-Clans aus dem fiktiven Fischerdorf Tangavík schlägt einen großen Bogen über zwei Jahrhunderte. Der bedeutungslose Ort wird im 20. Jahrhundert zum blühenden Fischereistandort, der im 21. Jahrhundert durch
die Finanzkrise und Spekulation zum Niedergang verurteilt wird. Hauptperson ist Arnfinnur Knudsen, Lehrer, Politiker und Gelehrter, der die zahlreichen Mitglieder seiner Sippe porträtiert. Die Knudsens waren und sind in fast allen Berufen zuhause, manche von ihnen Einfaltspinsel, die meisten aber erfolg- und einflussreich, sowohl in der Finanzwelt als auch auf der politischen Bühne. Dem Alkohol waren sie fast alle zugeneigt, auch Arnfinnur, der trotzdem unangefochtener Held seiner Schüler blieb. So ist auch er wie viele seiner Vorfahren ein isländischer König. - Die ungewöhnliche Islandsaga, die nicht mit Kapitalismuskritik spart, ist manchmal durch die vielen Namen und verschiedenen Zeitebenen etwas unübersichtlich, aber sehr unterhaltsam und eine Bereicherung für ausgebaute Romanbestände. (Übers.: Betty Wahl)
Evelin Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Isländische Könige
Einar Már Guðmundsson
btb (2016)
348 S.
fest geb.