Hulda

Es ist das Jahr 1980 auf Island. In einer Fischerhütte in einem abgelegenen Tal bei Blönduós im Norden der Insel wird ein Teddybär gefunden. Der gehört einem kleinen Jungen, der seit Weihnachten 1960 spurlos verschwunden ist. Die 33-jährige Kommissarin Hulda Hulda Hermannsdóttir fährt mit einer jungen Kollegin nach Blönduós, um vor Ort zu ermitteln. Hulda lebt mit ihrem Mann Jon und ihrer 6-jährigen Tochter Dimma in Reykjavik. Während ihres Aufenthalts in dem naturschönen Tal mit seinen eigensinnigen Bewohnern kommt sie dem anziehenden Ísak näher. Hulda gerät unter seinem Einfluss ins Grübeln, ob ihre Ehe wirklich Bestand haben wird und ob sie auf Dauer in der Hauptstadt leben möchte. – Nach den drei Teilen der Reihe (zul. „Nebel“, 2020) um die alternde Kommissarin Hulda Hermannsdóttir (inzwischen verfilmt), geht diese Geschichte auf ihre beruflichen Anfänge zurück. Jónasson hat den Zeitgeist der frühen 1980er gut getroffen, als Vigdís Finnbogadóttir das weltweit erste demokratisch gewählte weibliche Staatsoberhaupt geworden war, Polizistinnen noch rar waren und die technische Ausstattung der Polizei recht rudimentär. Fesselnd ist auch der Prolog mit der Entführung des kleinen Sohnes eines aus einfachen Verhältnissen stammenden Vaters, der sich riesig freut, endlich im eigenen Haus mit seiner kleinen Familie Weihnachten feiern zu können. Dann kommt alles anders. Die Auflösung ist zwar raffiniert, aber das Mordmotiv ist recht schwach unterbaut, was den Schluss etwas unvermittelt wirken lässt. Als Ergänzung zu den früheren Hulda-Bände sinnvoll.

Maria Holgersson

Maria Holgersson

rezensiert für den Borromäusverein.

Hulda

Hulda

Ragnar Jónasson ; aus dem Isländischen von Anika Wolff
btb (2025)

269 Seiten
kt.

MedienNr.: 621638
ISBN 978-3-442-76308-5
9783442763085
ca. 17,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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