Das können wir uns nicht leisten

Als Tochter einer rumänischen Mutter und eines iranischen Vaters verbringt Miriam ihre ersten Lebensjahre in Bukarest. Kurz vor Miriams Einschulung zieht die Familie nach Bad Säckingen. Da die Abschlüsse der Eltern nicht anerkannt werden, kommen Das können wir uns nicht leisten sie in schlecht bezahlten Jobs unter. Es reicht nur für das Nötigste, sodass Miriam schon früh die Erfahrung macht, wie es ist, in einem reichen Land arm zu sein. Ob es um neue Kleidung, Spielsachen oder Kinobesuche geht – der Satz "Das können wir uns nicht leisten" wird zum Mantra ihrer Kindheit und Jugend. Miriam ist eine gute Schülerin, besucht das Gymnasium, macht Abitur und beginnt ein Studium. Mit dieser erfolgreichen Schullaufbahn widerlegt sie die gängige These, dass "arm" mit "bildungsfern" gleichzusetzen sei. – Arme Menschen werden, so die Autorin, gesellschaftlich unsichtbar gemacht, bekommen weniger Räume zum Sprechen, nehmen weniger am sozialen Leben teil. Die einzelnen Kapitel zeigen, wie sich Armut auswirkt: in der Wohnsituation, in Schule, Studium und Freizeit, in Beziehungen, in Aufstiegsmöglichkeiten. Dabei ist Miriams eigene Geschichte nur exemplarisch; das Buch gibt all denjenigen eine Stimme, die Erfahrung mit Armut gemacht haben. Breit empfohlen.

Gertrud Plennert

Gertrud Plennert

rezensiert für den Borromäusverein.

Das können wir uns nicht leisten

Das können wir uns nicht leisten

Miriam Davoudvandi
btb (2026)

246 Seiten
kt.

MedienNr.: 624424
ISBN 978-3-442-76329-0
9783442763290
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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