Wolfspfade
Im Dezember des Jahres 2011 macht sich ein junger Wolf von Slowenien aus auf die Suche nach einem neuen Territorium, durchquert dabei die Bergwelt Kärntens, der Steiermark, Osttirols und Südtirols, bevor er im norditalienischen Venetien heimisch
wird und dort eine Familie gründet. Zehn Jahre später wandert der Autor diese durch einen GPS-Tracker dokumentierte Route in mehreren Etappen nach, um die Bergwelt aus der Perspektive des Wolfes zu erleben. Dabei beschreibt er nicht nur die Natur, sondern fängt auch den harten Alltag der Bergbauern sowie ihre Sorgen und Nöte ein. Gespräche mit Wolfsexperten, Naturschützern, Jägern, Wolfsgegnern und Bergbauern, die ihr Nutzvieh auf den Almwiesen weiden lassen, beleuchten die Wolfsthematik aus unterschiedlichen Perspektiven. Bei aller Bewunderung und Sympathie für den Wolf verschweigt der Autor nicht die Probleme, die sich aus der explosionsartigen Vermehrung dieses Spitzenprädators ergeben: die Bedrohung der Almwirtschaft durch immer mehr Risse bei Kühen, Rindern und Schafen sowie die wachsende Existenzangst der Bergbauern. – Der lesenswerte Reisebericht beschreibt Landschaft und Bewohner der Alpen und setzt sich ohne Scheuklappen mit der Wolfsproblematik aus verhaltensbiologischer, ökologischer und kulturhistorischer Sicht auseinander. – Das lehrreiche und interessante Sachbuch wird auch wegen der Aktualität des Themas allen Büchereien gerne empfohlen.
Johann Book
rezensiert für den Borromäusverein.
Wolfspfade
Adam Weymouth ; aus dem Englischen von Felix Mayer
btb (2026)
411 Seiten : Illustration, Karte
fest geb.