Auf Amerika

Bernd Schroeder wählt als Protagonist einen Jungen, der in der Nachkriegszeit im bayrischen Dorf Hausen aufwächst. Bis zum ersten Schultag genießt er eine unbeschwerte Kindheit. Dann ist er der Willkür des kriegsversehrten Lehrers ausgeliefert. Auf Amerika Als Berlinerin aus gutem Hause findet sich seine Mutter nur schwer in das Dorfleben ein. Berührend ist die Szene, in der sie in einer alten Scheune einen wertvollen Flügel findet und alle mit ihrer Musik erfreut. Doch der Bauer tauscht den Flügel gegen einen Traktor ein. Der Vater denkt sich immer neue, unmögliche Projekte für den Gelderwerb aus, doch er ist ein "Arbeitsanschauer", schöne Reden, doch nichts dahinter. Seine Nazivergangenheit vergisst er gerne. Freund des Heranwachsenden ist der Wirtsknecht Veit, der viel erlebt hat, an nichts glaubt und wenig erzählt. - Bernd Schroeder zeichnet ein stimmungsvolles Bild der unmittelbaren Nachkriegszeit, bestimmt von Menschen, die auf unterschiedliche Weise vom Krieg gezeichnet sind und versuchen, irgendwie ins Leben zurückzufinden. Er hat einen Blick für die kleinen Details, mit denen er große Wirkung erzielt. Einfühlsam und berührend. Etwas Besonderes.

Tina Schröder

Tina Schröder

rezensiert für den Borromäusverein.

Auf Amerika

Auf Amerika

Bernd Schroeder
Hanser (2012)

175 S.
fest geb.

MedienNr.: 359405
ISBN 978-3-446-23885-5
9783446238855
ca. 17,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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