Warum erwachsen werden?

Nach einer längeren Einleitung, die das Erwachsenwerden als Anerkennung einer Kluft zwischen Sein und Sollen apostrophiert, präsentiert die Autorin unterschiedliche Vorstellungen über Kindheit und Erwachsensein aus der Geschichte und bezieht sich Warum erwachsen werden? dabei u.a. auf Philippe Arics, Margaret Mead, Immanuel Kant und vor allem auf "Emile", den Erziehungsroman von Jean-Jacques Rousseau. Ihre anschließende Frage, wie ein Kind vorbereitet wird auf eine Welt, die nicht so ist, wie sie sein sollte, wird mit vielen philosophischen Anmerkungen unterschiedlichster Provenienz garniert, in denen die Entwicklung des Menschen, seiner Vernunft, seiner Vorstellungen von der Welt und seiner Erfahrungen damit ebenso beleuchtet werden wie Bildung, Reisen und Arbeit als zentrale Fundamente für das Erwachsenwerden. Auch wenn immer wieder Bezugspunkte zur Gegenwart hergestellt werden, das Erwachsenwerden wird mit diesen philosophischen Exkursen nicht leichter. Die daraus gewonnene Einsicht, dass das Erwachsenwerden ein schwieriger Prozess ist, kann aber einen ersten Schritt auf dem Weg dahin darstellen. Ab mittleren Beständen zu empfehlen.

Helmut Eggl

Helmut Eggl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Warum erwachsen werden?

Warum erwachsen werden?

Susan Neiman
Hanser Berlin (2015)

238 S.
fest geb.

MedienNr.: 581012
ISBN 978-3-446-24776-5
9783446247765
ca. 23,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ph
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