Wut und Böse
Ciani-Sophia Hoeder ist Journalistin und hat ihr erstes Buch über Frauen und Wut veröffentlicht. Wut wird auch heutzutage allgemein noch als unweibliches Verhalten angesehen und auch als schlechtes Benehmen eingestuft. Hoeder hat Studien und Statistiken
herangezogen, Expert/-innen befragt und Interviews geführt und stellt fest, dass die angepasste, freundliche und emotionsarme Frau zwar ein positiveres Frauenbild vermittelt, dass aber eine Frau, die auch wütend werden kann, mehr für sich erreichen kann. Wenn Frau für sich und für die Frau in der Gesellschaft mehr erreichen möchte, ist das Wütendsein ein nicht unwichtiger Ansatzpunkt, um Forderungen durchzusetzen. Sie belegt diesen Standpunkt mit Frauennamen aus Geschichte und Gegenwart und kommt zu dem Ergebnis, dass gesellschaftliche Veränderung beides braucht: laute und wütende Frauen ebenso wie angepasste Frauen, die eine Veränderung von innen heraus versuchen. Eine interessante Studie über die Wut als vermeintlich unweibliche Eigenschaft auf dem Weg zu einer gesellschaftlichen Veränderung. Gerne empfohlen.
Annemarie Schreibert
rezensiert für den Borromäusverein.
Wut und Böse
Ciani-Sophia Hoeder
hanserblau (2021)
206 Seiten
fest geb.