Der Traum vom All
Bereits für die frühen Zivilisationen spielten Beobachtungen des Himmels nicht nur für die Mythologie, sondern z.B. auch für die Zeitmessung und für die im Jahreslauf zu verrichtenden Tätigkeiten eine wichtige Rolle. Mit einigen Artefakten aus
unterschiedlichen Kulturen, die dies belegen, eröffnet der Autor seine Beschreibung von insgesamt 100 Objekten und Gegenständen, deren Erfindung und Nutzung für die menschliche Erforschung des Weltalls und des Kosmos bedeutsam waren und sind. Der Schwerpunkt liegt naturgemäß dabei auf der Zeit nach 1900, der insgesamt 62 der auf jeweils einer bebilderten Doppelseite dargebotenen Erfindungen vorbehalten sind, die mit gut verständlichen Texten präsentiert werden. Das 2022 in Betrieb genommene James-Webb-Teleskop, das mit seinen hochauflösenden Bildern eine neue Ära der Weltraumforschung einleiten wird, bildet dabei den Abschluss. Natürlich ist eine solche Auswahl immer auch subjektiv. Doch insgesamt ist die Lektüre anregend und gewinnbringend, da neben Erwartbarem wie der Himmelsscheibe von Nebra oder der Vorstellung des ersten Satelliten in einer Erdumlaufbahn (Sputnik) Überraschendes, so etwa die Rolle von Gummidichtungen für das Funktionieren von Feststoff-Trägerraketen, dargeboten wird. Das gleichermaßen lehrreiche wie unterhaltsame Sachbuch zur Geschichte der Kosmosforschung kann überall gut angeboten werden.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Traum vom All
Sten Odenwald ; aus dem Englischen von Hans-Peter Remmler
Hanser (2022)
223 Seiten : zahlreiche Illustrationen (überwiegend farbig)
fest geb.