No Regrets
Die Mittfünfziger Muddy und Hänk haben sich als Häftling und Zivildienstleistender in einer JVA kennengelernt. Ihre gemeinsame Faszination für das Tätowieren lässt sie gegen den familiären und gesellschaftlichen Trend ein eigenes Studio eröffnen.
Nach mehr als 20 Jahren ist ihr Kellergeschäft reichlich runtergekommen, hat die (Mode-) Entwicklungen verschlafen und steht vor dem wirtschaftlichen Aus. Durch das eher zufällig entstehende Mitwirken zweier Nachwuchstätowierer, die vor ihrer Vergangenheit flüchtende Luz und der sich vom Elternhaus freikämpfende Rudi, entsteht eine neue Dynamik, künstlerisch wie persönlich. Geprägt von der Faszination ihrer Kunst und konfrontiert mit manchen Anfeindungen aus den persönlichen Umgebungen, wachsen die vier zusammen und stehen sich bei - durchaus zur eigenen Überraschung. Das szenetypische Überschreiten von künstlerischen Konventionen, durch Tattoos zum Ausdruck gebrachter Protest und angestrebte Exklusivität treffen auf menschliche Nähe und Wärme. - Falk gelingt ein sprachlich überzeugender, sozial- und medienkritischer Einblick in eine für viele fremde Welt, mit tollen Beschreibungen zum menschlichen Miteinander. Sehr empfohlen.
Rolf Pitsch
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
No Regrets
Dietlind Falk
hanserblau (2023)
223 Seiten
fest geb.