Söhne großziehen als Feministin

In feministischen Kreisen ernten Mütter mit Söhnen nicht selten mitleidige Blicke. Häufig wird alles Männliche als Feind angesehen. Sheila Behjat, deutsche Feministin, Tochter eines der religiösen Minderheit der Bahá'í angehörenden Iraners Söhne großziehen als Feministin und einer Deutschen, hat ohnehin einen geschärften Blick für Diskriminierungen, die es auch innerhalb der feministischen Szene gibt. Als Mutter gleich zweier künftiger "weißer Männer" – denen in weiten Kreisen heutzutage besondere Skepsis entgegengebracht wird – begann sie, sich zudem kritisch mit ihrer eigenen feministischen Prägung auseinanderzusetzen, und erkennt mehr und mehr Widersprüchlichkeiten und problematische Haltungen im (westlichen) Feminismus, die letztlich allen schaden. Sie plädiert für eine Gesellschaft ohne Geschlechterstereotypen, in der Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen nicht mehr als männlich oder weiblich gelten und in der familiärer bzw. Care-Arbeit und außerfamiliärer Tätigkeit nicht mehr unterschiedliche Wertigkeit zugeschrieben wird. Ein mutiges und für die gesellschaftliche Diskussion sehr notwendiges Buch, das trotz des eher speziell anmutenden Titels zumindest in größeren Büchereien unbedingt angeboten werden sollte.

Monika Graf

Monika Graf

rezensiert für den Borromäusverein.

Söhne großziehen als Feministin

Söhne großziehen als Feministin

Shila Behjat
Hanser (2024)

198 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 617973
ISBN 978-3-446-27808-0
9783446278080
ca. 23,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Fa
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