Kleine Monster

Pia und Jakob werden von Lucas Lehrerin in die Schule bestellt. Eine Mitschülerin des 7-jährigen behauptet, der Junge sei übergriffig geworden. Auf Nachfragen gibt der Junge keine Antwort. Die Eltern tun den Vorfall als Neugierde ab und bemühen Kleine Monster sich um Normalität. Doch Pia lässt das Geschehen keine Ruhe. Sie beobachtet ihren Sohn, ein Einzelkind, noch genauer als sonst und fürchtet sich vor dem, was an die Oberfläche kommen könnte. Sie hat in ihrer Kindheit selbst Traumatisches erlebt. Ihre jüngste Schwester Linda ist im Alter von 4 Jahren in einem See ertrunken. Zum Zeitpunkt des Unfalls war die mittlere Schwester Romi mit Linda zusammen unterwegs. Romi ist adoptiert, Pia und Linda sind die leiblichen Kinder der Eltern. In der Familie wurde über den Todesfall nie gesprochen, aber das Verhältnis der Familie zu Romi veränderte sich zum Schlechten. Seit sie noch als Schülerin das Zuhause verlassen hat, haben Eltern und Schwester keinen Kontakt mehr zu ihr. Die ambivalenten Gefühle, die Pia für ihr eigenes Kind hegt, verlangen eine schmerzhafte Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Kindheit. – Jessica Lind erzählt in ihrem zweiten Roman von der Überforderung junger Eltern, von Familiengeheimnissen und den fatalen Auswirkungen verdrängter Gefühle. Ein spannendes Psychogramm einer Familie für alle Bestände!

Susanne Emschermann

Susanne Emschermann

rezensiert für den Borromäusverein.

Kleine Monster

Kleine Monster

Jessica Lind
Hanser Berlin (2024)

248 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 619642
ISBN 978-3-446-28144-8
9783446281448
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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