Wie geht’s?
Der Überfall durch die Hamas hat neben den unmittelbaren Opfern durch seine Grausamkeiten einen Dialog zwischen Israelis und Palästinensern noch schwieriger gemacht. Wie kann der gegenseitige Hass überwunden werden? In 10 fiktiven (ihrem Schmerz,
den Großeltern, jüdischer Paranoia, Antirassisten, mit Israel und dem Messias), aber auch realen Gesprächen (ihren Kindern oder der kranken Rose, die ihr einen anderen Blick auf Trauer aufzeigen kann) setzt sich die Rabbinerin (zuletzt "Mit den Toten leben" BP/mp 22/1042) mit der Trauer und Traurigkeit, aber auch der noch nicht untergegangenen Hoffnung auseinander. Das Buch startet mit dem Gedicht eines Palästinensers und endet mit einem jüdischen Dichter als eine Art Brücke. – Kein einfacher, aber beeindruckender Text, der Menschen, die sich darauf einlassen, in ihrer Haltung stärken kann. Ab mittleren Büchereien empfohlen.
Michael Müller
rezensiert für den Borromäusverein.
Wie geht’s?
Delphine Horvilleur ; aus dem Französischen von Nicola Denis
Hanser Berlin (2024)
119 Seiten
fest geb.