Unser Haus mit Rutsche
An einem Nachmittag ist die in Paris lebende Schriftstellerin Layla Beni Sayed kurz davor, sich das Leben zu nehmen. Scheinbar hat sie sich selbst verloren, doch wie konnte es so weit kommen? In Rückblenden lässt sie die kleine Layla erzählen –
aufgewachsen in Saarbrücken als Tochter eines irakischen Vaters, den sie Babe nennt, und einer französischen Mutter, Maman, deren wohlhabende Eltern gegen die Verbindung waren und Babe stets mit Geringschätzung begegnen. Babe, der Geschäfte in die arabische Welt vermittelt, hat immer große Träume, die er auf seine Kinder überträgt, die er jedoch niemals verwirklichen kann. Durch den Golfkrieg kommen seine Geschäfte zum Erliegen, Maman muss arbeiten gehen, während der vormals atheistische Babe sich plötzlich der Religion zuwendet und zunehmend fanatischer wird, bis es zum Bruch kommt. Al Bagdadi veranschaulicht überzeugend die Zerrissenheit eines Lebens zwischen unterschiedlichen Kulturen und Lebensentwürfen. Unterhaltung mit Tiefgang – breit empfohlen.
Martina Häusler
rezensiert für den Borromäusverein.
Unser Haus mit Rutsche
Safia Al Bagdadi
Hanser (2026)
319 Seiten
fest geb.