Wie wir überwintern

Wie wir auch in unsicheren Zeiten der Angst und Ohnmacht begegnen, ohne in einer Art „Winterstarre“ zu verharren, schlägt Mirjam Zadoff in ihrem ermutigenden und sehr persönlichen Buch vor. Dabei geht es nicht um Eskapismus vor den multiplen Wie wir überwintern Krisen oder darum, die Augen vor der Realität unserer herausfordernden Gegenwart zu verschließen. Ganz im Gegenteil – in einem gut lesbaren essayistischen Stil lädt sie uns ein, unsere Wahrnehmung zu schärfen, aufeinander zu achten und für die Anliegen und Probleme anderer sensibel zu bleiben. Die vorgeschlagenen Aktivitäten wie das Lesen von Büchern, Stricken oder das Feiern von Festen hören sich zwar nach einem Rückzug ins Private an. Doch haben auch diese scheinbar harmlosen Alltagsbeschäftigungen dezidiert politische Dimensionen und befähigen zu einer klaren Haltung im demokratischen Denken und Handeln. Individuelle Widerstandskraft, davon ist Zadoff überzeugt, ist die Grundlage von politischen und gesellschaftlichen Aktivitäten. Beim Lesen üben wir uns in Empathie und Verständnis für andere Lebensmodelle, sodass wir bereit sind, für ein solidarisches gesellschaftliches Miteinander einzustehen. Wenn wir im Biergarten die mitgebrachten Speisen an einem Tisch mit den Nachbarn, Bekannten oder sogar mit Fremden teilen, setzen wir eine wichtige soziale Tradition fort und stärken das Gemeinschaftsgefühl. Dieses mutmachende Training in Zuversicht und Zusammenhalt setzt nicht auf Leistung, sondern auf Situationen und Erlebnisse, aus denen wir Hoffnung schöpfen können. Eine uneingeschränkte Lektüreempfehlung für jede Jahreszeit.

Slávka Rude-Porubská

Slávka Rude-Porubská

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Wie wir überwintern

Wie wir überwintern

Mirjam Zadoff
Hanser (2025)

132 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 755448
ISBN 978-3-446-28478-4
9783446284784
ca. 16,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Fa
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