Abschied

Der Ich-Erzähler Raimund, ein junger deutscher Rechtsreferendar, hat sich im Sommer 1930 in Berlin unsterblich in die Studentin Teddy verliebt. Sie studiert in Paris, und so verbringt er im Herbst zwei Urlaubswochen in Frankreich. Dort wird er schnell Abschied Mitglied einer illustren Clique rund um Teddy. Die internationale Truppe hat wenig Geld, trinkt chinesischen Tee oder billigen Wein und ist verliebt in das Leben und die Liebe. Alle Männer sind von Teddy bezaubert und Raimund ist eifersüchtig auf jeden einzelnen. Teddy isst und schläft zu wenig, Raimund ist ständig voller Sorge um sie. Es bleiben ihm noch eine Nacht und ein Tag, bevor er zurück nach Berlin muss. Er möchte gerne mit Teddy über die Zukunft sprechen, darüber, wie es mit ihnen weitergeht, aber es gibt keinen Raum für Zweisamkeit, immer ist jemand der anderen dabei. Je näher der Abschied kommt, desto schneller scheint die Zeit zu vergehen. Raimund und Teddy besuchen den Louvre und den Eiffelturm. Sie zeigt ihm die Venus von Milo, er ihr das Gemälde „Die Kreuzigung“ von El Greco. Die Liebe und der Tod schweben über den beiden. – Leicht, melancholisch und gleichzeitig mit großer Ernsthaftigkeit erzählt der Historiker Haffner („Anmerkungen zu Hitler“), der 1907 mit dem Namen Raimund Pretzel geboren wurde, in seinem erst jetzt veröffentlichten Frühwerk (verfasst 1932) von einer Liebe am Rande des nahenden Abgrundes. Große Empfehlung!

Susanne Emschermann

Susanne Emschermann

rezensiert für den Borromäusverein.

Abschied

Abschied

Sebastian Haffner
Hanser (2025)

191 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 623121
ISBN 978-3-446-28482-1
9783446284821
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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