Was Pflanzen wissen
Wegen der Übereinstimmung einiger DNA-Strukturen zwischen Mensch und Pflanze begann sich der Autor dafür zu interessieren, inwieweit Pflanzen "sehen, riechen, fühlen und sich an etwas erinnern" könnten. Deshalb versucht Chamovitz, dies durch viele
Beispiele zu erläutern. Er versteht seine Thesen aber nicht im klassischen Sinn der Sensorik, sondern als Anpassungsfähigkeit von pflanzlichem Leben an Umweltreize. Pflanzen "sehen" das Licht und wenden sich ihm zu. Bereits reife Früchte geben Ethylen ab, das weniger reife "riechen" können und in der Folge ihren eigenen Reifungsprozess beschleunigen. Kletterpflanzen "spüren", wenn sich ihnen eine Rankhilfe anbietet und greifen beherzt zu. Anhand von Untersuchungen belegt der Autor, dass Pflanzen anscheinend auch "hören" und bei sanfter Musik besser wachsen als bei hartem Pop. Durch Experimente verschiedener Biologen weist der Autor auch nach, dass Pflanzen sogar über eine Art "Gedächtnis" verfügen. Trotz der Menge an faszinierenden Beispielen von "Sinneswahrnehmungen" wehrt sich Chamovitz aber vehement gegen eine voreilige Vermenschlichung von Pflanzen. - Ein hochinteressantes Werk, das seinen Lesern einen völlig neuen Blickwinkel auf die Welt der Pflanzen eröffnet und das ab mittleren Beständen sehr zu empfehlen ist.
Josef Schnurrer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Was Pflanzen wissen
Daniel Chamovitz
Hanser (2013)
206 S. : Ill.
fest geb.